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Alles Geschichte - Der History-Podcast

LEBEN VOR JAHRTAUSENDEN - Der Alltag der Frauen

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Autorin: Silke Wolfrum Regie: Martin Trauner Es sprachen: Christoph Jablonka, Julia Fischer Technik: Lorenz Kersten Redaktion: Thomas Morawetz Im Interview: Prof. Dr. Brigitte Röder, Claudine Cohen


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Auszug aus dem Manuskript

Brigitte Röder zum größten Irrtum über Frauen in der Steinzeit

Einer der größten Irrtümer ist, dass man von den Frauen in der Steinzeit spricht. Denn genauso wie heute die Lebensverhältnisse von Frauen sehr, sehr verschieden sein können, war das auch in der Vergangenheit der Fall.

Und das andere ist, dass man sich klarmachen muss, dass die Steinzeit 2,8 Millionen Jahre umfasst. Also das ist ein ungeheuer langer Zeitraum, in dem sehr viele Veränderungen stattgefunden haben. Und von daher muss man schon davon ausgehen, dass sich auch die Lebensverhältnisse für die Geschlechter in diesem langen Zeitraum verändert haben.

Die Herausforderung der Forschung

Aussagen über Geschlechterrollen in der Steinzeit zu treffen ist nicht leicht. Nicht nur aufgrund des immensen Zeitraums, auch weil es sich um eine Zeit vor der Schrift handelt, ihre Überreste also ausschließlich aus Knochen, Steinen, Siedlungsresten, aus Kunstobjekten, evtl. auch aus Stoff- oder Nahrungsresten bestehen. Ein nicht minder großes Problem stellt zudem der häufig subjektiv gefärbte Blick dar, mit dem die Steinzeit betrachtet wird.

Man hat sich in der Geschichte lange Zeit nicht wirklich mit Frauen beschäftigen wollen, man hat sehr lange die Rolle der Frauen praktisch ausgelassen, unsichtbar gemacht. Es gab schon eine Reihe von Darstellungen, aber es waren extrem, sagen wir mal, banale Darstellungen, die die Konzepte der Gesellschaft des 19. oder 20. Jahrhunderts aufgriffen, um sie auf diese sehr, sehr weit entfernte Vergangenheit zu projizieren, die natürlich nichts mit den bürgerlichen Konzepten unserer Gesellschaften zu tun hat.

Die Jagd-Hypothese

Es gibt eine Untersuchung, die zeigt, dass es bei männlichen und weiblichen Skeletten aus der Altsteinzeit keine Unterschiede bei den Verletzungen gibt. Das heißt, dass man davon ausgehen muss, dass Männer und Frauen in der Altsteinzeit denselben Gefahren ausgesetzt waren, also haben sie offensichtlich ähnliche Tätigkeiten ausgeübt. Also das wäre jetzt ein indirekter Hinweis darauf, dass Frauen auch gejagt haben.

Dann kann man sich mit ethnografisch überlieferten Gesellschaften beschäftigen. Eine Kollegin aus der Archäologie, Linda Owen, eine andere Kollegin, die aus der Ethnologie und der Archäologie kommen, Sibylle Kästner, haben beide dazu gearbeitet und haben aus der ethnografischen Literatur Beispiele zusammengestellt von Gesellschaften, in denen Frauen jagen, teilweise alleine, teilweise sogar mit Baby auf dem Rücken auf die Jagd gehen, teilweise in Treibjagden und in Gruppenjagden involviert sind.

Bei den Inuit sind es v.a. Männer, die Eisbären, Karibus oder Wale jagen. Doch gibt es zu wenig männliche Nachkommen, fällt den Frauen diese Aufgabe zu. Die Arbeitsteilung ist unter gewissen Bedingungen also flexibel.

Generell spielte die Großwild-Jagd in der Urgeschichte wohl nicht die entscheidende Rolle, die ihr oft zugeschrieben wurde. Ein Großteil der Nahrung setzte sich aus Kleinwild wie z.B. Hasen und pflanzlicher Nahrung zusammen. Frauen leisteten einen großen Anteil bei der Nahrungsbeschaffung.

Lange Zeit glaubte man, dass Frauen zu Hause blieben, nichts taten, darauf warteten, dass man ihnen etwas zu essen brachte, und sich um eine reiche Nachkommenschaft kümmerten. Da denkt man heute wirklich ganz anders. Man glaubt, dass sie extrem mobil waren, dass sie nach draußen gingen, entweder Pflanzen sammelten, Wild sammelten, Eier und Muscheln sammelten und sogar jagten.

Frauen in der Höhlenkunst

Frauen schafften nicht nur Nahrung ran, sie spielten auch eine Rolle im Bereich der Kunst. Untersuchungen des amerikanischen Archäologen Dean Snow ergaben, dass Handnegative, die auf verschiedenen Höhlenmalereien neben den Tierzeichnungen zu sehen sind, zu Dreivierteln von Frauen stammen. Frauen legten also ihre Hand auf die Felswand, dann wurden mit einem Röhrchen Farbpigmente darauf geblasen und der Handumriss blieb erhalten.

Als man die Kunst des Paläolithikums, die Kunst der Höhlenmalereien fand, dachte man sofort, dass es sich um die Kunst von Jägern handelte, die ihren Wunsch nach der Fortpflanzung des Wildes zum Ausdruck brachten, Jagdgeschichten erzählten usw., ohne sich auch nur vorzustellen, dass Frauen daran beteiligt gewesen sein könnten. Heute geht man davon aus, dass Frauen in den bemalten Höhlen waren, dass sie an dem teilnahmen, was dort stattfand, wahrscheinlich an Zeremonien, und dass sie vielleicht auch an der Herstellung dieser Malereien beteiligt waren, die man an den Höhlenwänden sieht und bewundert.

Venus-Figuren und ihre Deutung

Frauen waren ebenso auch häufig selbst Gegenstand von Kunst. Aus der Alt- und Jungsteinzeit sind zahlreiche figürliche Darstellungen von Frauen erhalten. Erstaunlich ist ihre Ähnlichkeit untereinander. Die Körperformen sind stets stark überzeichnet, sie haben oft riesige Brüste, eine gut sichtbare Vulva, einen prallen Bauch, Kopf, Arme und Beine sind dagegen stark reduziert oder ganz weggelassen. Solche Frauendarstellungen fand man an der Atlantikküste genauso wie in Sibirien. Zu ihren berühmtesten Exemplaren zählen die 6cm große 40.000 Jahre alte so genannte Venus vom Hohlefels von der Schwäbischen Alb oder die 30.000 alte 11cm große Venus von Willendorf aus Österreich. Sie nach der römischen Liebesgöttin „Venus" zu benennen, zeugt bereits von voreingenommenen Zuschreibungen. Lange sah man in den Figuren Fruchtbarkeit-Symbole.

Es stimmt, dass es eine Reihe von Statuetten gibt, die schwanger sind und die Schwangerschaft darstellen. Sie sind sehr klein und waren vielleicht Amulette. Amulette weniger, um Fruchtbarkeit hervorzurufen, als vielmehr, um die Schwangerschaft und die Geburt zu schützen. Dies ist eine Interpretation, die heute vorherrschend ist. Was sie auf jeden Fall aussagen, ist, dass es eine Symbolik gab, die mit der Frau und dem Körper der Frau zusammenhing.

Was diese Figuren auf alle Fälle nicht sind: Belege für die Existenz eines Matriarchats, wie es einige Feministinnen v.a. ab den 70er-Jahren behaupteten. Die in Kalifornien lebende Anthropologin Marija Gimbutas sah in den üppigen Statuetten einen Beleg für einen Fruchtbarkeits-Kult um die „Große Mutter", der von der jüngeren Altsteinzeit bis zur Bronzezeit in ganz Europa geherrscht haben soll. Es gibt dafür jedoch keinerlei Beweise.

Matriarchat und Patriarchat sind Begriffe, die auch im Kontext der bürgerlichen Gesellschaft entstanden sind, sind auch zutiefst essentialistisch von den damaligen Vorstellungen, vom Wesen von Männern und von Frauen geprägt. Auch von der Idee, dass ein Geschlecht in allen gesellschaftlichen Bereichen über das andere herrscht. Und da ist die Wissenschaft inzwischen doch auf einem ganz anderen Standpunkt, was jetzt die Rekonstruktion von Herrschaftsverhältnissen zwischen Geschlechtern in Gesellschaften anbelangt. Da geht man eher davon aus, dass es in Gesellschaften verschiedene Felder gibt, in denen Geschlechter mehr oder weniger zu sagen haben und dass diese Felder sich auch ständig verändern.

Geschlechtervielfalt in der Urgeschichte

Es ist also anzunehmen, dass sowohl Machtstrukturen wie Rollen- und Familienkonzepte in der Steinzeit vielfältig waren, sich immer wieder veränderten und stark von äußeren Bedingungen abhingen. Ebenso scheint sich auch die Vorstellung von Geschlecht immer wieder verändert zu haben, wie man historisch gut nachweisen könne. Während wir nämlich heute mit einem Zwei-Geschlechter-Modell sozialisiert sind, in dem Männer und Frauen als grundsätzlich ganz verschiedene Wesen angesehen werden, gab es früher vermutlich auch völlig andere Vorstellungen.

Es gibt eindeutig weibliche, eindeutig männliche Darstellungen und dann gibt es aber auch Darstellung, die nicht geschlechtlich für uns heute identifizierbar sind oder die auch mehrdeutig sind. Also beispielsweise kleine Plastiken, die man sowohl als Brüste als auch als ein Penis mit Hoden interpretieren kann. Da scheint mir, dass es eher ein Kontinuum war, wie man sich Geschlecht gedacht hat, vielleicht sogar, dass es so eine Art Wechselspiel zwischen männlichen und weiblichen Aspekten gab. Es wird auch dazu passen, dass man offenbar auch damals keinen kategorialen Unterschied zwischen Menschen und Tieren gemacht hat, sondern es gibt Mensch-Tier-Mischwesen, die in diese Richtung deuten könnten.

Die Epochen und ihre Veränderungen

Die Altsteinzeit macht den größten Teil der Urgeschichte aus, man verortet ihren Beginn grob vor über 2,5 Millionen. Vor ca. 10.000 Jahren beginnt die Mittelsteinzeit, während der die Menschen noch überwiegend Jäger waren und vor etwa 7.500 Jahren die Jungsteinzeit mit einer geradezu revolutionären Veränderung der Lebensweise: mit der ersten Sesshaftwerdung, dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht, wobei auch das grobe Vereinfachungen sind, denn die Menschen wurden nicht überall gleichzeitig sesshaft.

Wenn überhaupt sind wir wohl eher die Erben des Neolithikums, also der Jungsteinzeit. In der so genannten Schnurkeramischen Kultur Ende der Jungsteinzeit finden sich z.B. Bestattungskulturen, denen vielleicht ein binäres Geschlechtermodell zugrunde liegt. Männer und Frauen werden hier unterschiedlich begraben, in anderen Posen, mit anderen Grabbeigaben.

Im Lechtal bei Augsburg fand man Gehöfte mit daran anschließenden Friedhöfen ebenfalls vom Übergang der Jungsteinzeit in die Bronzezeit. Hier konnte man ein sogenanntes patrilokales Heiratssystem nachweisen, d.h. der Wohnort des Mannes war ausschlaggebend für die angeheiratete Frau. Auch das ein uns vertrautes Muster.

Da konnte man jetzt dank sehr guter DNA-Erhaltung Verwandtschaft rekonstruieren und konnte sehen, dass das Gehöft immer in der männlichen Linie weitergegeben wurde. In Kombination mit so genannten Isotopenanalysen, über die man die Mobilität von Individuen rekonstruieren kann, konnte man auch sehen, dass die Frauen, die mit den lokalen Männern Nachwuchs gezeugt haben, von weit her kamen, also die Männer blieben immer vor Ort, die Frauen kamen von außen rein. Das wäre jetzt durchaus zum Beispiel eine Erwartung, die man aufgrund des bürgerlichen Geschlechter-Modells gehabt hat. Allerdings, was auch damit verbunden war, nämlich die Vorstellung, dass die Frauen einfach getauscht und verheiratet werden. Das ist wiederum ein kulturelles Konzept. Es kann ja auch sein, dass die Frauen aus eigener Freiheit raus in diese andere Gruppe gegangen sind, um dort zu leben. Das finden wir jetzt wiederum nicht raus mit archäologischen Quellen.

Nomadische vs. sesshafte Gesellschaften

Es scheint sich also abzuzeichnen, dass sich mit der Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit einige Gepflogenheiten und Vorstellung gegenüber der Altsteinzeit wohl grundsätzlich geändert haben. Denn einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die nomadischen Gesellschaften der Altsteinzeit eher gleichberechtigt bzw. frei von festen Hierarchien waren.

Tatsächlich finden sich kaum Spuren von physischer Gewalt an Frauenskeletten der Altsteinzeit. Es wird sogar gedacht, dass die Vorstellung von Macht, sei sie nun von Männern oder Frauen, zu dieser Zeit gar nicht existierte. Aber in manchen Bereichen hatten Frauen sicher trotzdem eine besondere Bedeutung, z.B. bei der Familienplanung. Für Nomaden sind viele Kinder von Nachteil, schließlich gibt es schon genug andere Dinge, die man mit sich herumschleppen muss.

Wir wissen über nomadische Jäger- und Sammlergesellschaften, dass sie die Anzahl ihrer Kinder stark begrenzen. Das heißt, sie sorgen dafür, dass sie nur alle drei oder vier Jahre ein Kind bekommen, und zwar nicht nur durch Verhütungspraktiken, die den Gebrauch von abtreibenden oder empfängnisverhütenden Pflanzen beinhalten konnten, sondern auch, wenn es nötig war, und das war in diesen Gesellschaften bekanntlich der Fall, durch Kindstötung. Und dann gibt es natürlich auch Normen, die von der Gruppe auferlegt werden, die von den Männern auferlegt werden, die die Annäherung zwischen Männern und Frauen einschränken können.

Als die Menschen in der Jungsteinzeit dann sesshaft werden und Ackerbau betreiben, ändert sich die Bedeutung von Kindern und damit auch die Rolle der Frau. Jetzt ist es von Vorteil möglichst viele Kinder zu haben, denn ihre Arbeitskraft wird gebraucht. Sie müssen auch helfen, das Eigentum zu verteidigen.

In der Jungsteinzeit, als die Menschen sesshaft wurden, als sich all diese Revolutionen in der Landwirtschaft, der Viehzucht usw. vollzogen, wurde die Lage der Frauen sehr viel schwieriger, weil sie im Haus eher isoliert waren. Sie sind an die Kinder gebunden, sie sind an die häusliche Pflege gebunden, und zu diesem Zeitpunkt entsteht tatsächlich eine soziale Ungleichheit und eine Unterjochung der Frauen, die sicherlich viel stärker ist als im Paläolithikum.

Die Rolle von Frauen bei der Erfindung der Landwirtschaft

Ebenso wie Frauen vermutlich gegenüber Männern einen Wissensvorsprung rund um die Themen der Fortpflanzung und Geburt hatten, so könnte dies auch in Bezug auf Pflanzenkenntnisse der Fall gewesen sein. Es wird für nicht unwahrscheinlich gehalten, dass Frauen mit der Sesshaftwerdung den Garten- wie Ackerbau erfunden haben. Denn dazu würde als Vorgeschichte passen: So wie es heute in vielen traditionellen Gesellschaften Aufgabe der Frauen ist, Früchte, Beeren und Kräuter zu sammeln, so könnte das auch in der Altsteinzeit schon der Fall gewesen sein.

Wenn sie Pflanzenspezialistinnen waren, kannten sie sich auch bestens mit Fasern aus, was sie sicherlich zu den Ersten machte, die Seile, Körbe, Stoffe usw. herstellten. Aber sie haben sicher auch beobachtet, wie die Pflanzen wuchsen, wo die Samen am besten aufgingen, welche Böden am fruchtbarsten waren usw. Und so ist diese Erfindung der Landwirtschaft sicherlich etwas, das man den Frauen zuschreiben kann, auch wenn es nach der Erfindung sicherlich zu Veränderungen in der Rollenverteilung gekommen ist. Und wahrscheinlich, als die Feldarbeit schwerer wurde, als die Arbeitsgeräte schwerer und schwieriger zu bedienen waren, vielleicht gab es hier eine Umkehrung und vielleicht übernahmen dann die Männer diese weibliche Tätigkeit.

Eigentum, Hierarchie und Gewalt

Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen das Aufkommen einer Hierarchisierung der Gesellschaft wie auch die Entstehung von Kriegen in engem Zusammenhang mit der Sesshaftwerdung des Menschen und dem Beginn des Eigentums. Gewalt, vielleicht sogar Formen von Krieg kann es allerdings schon vorher gegeben haben.

Ich finde es schwierig zu sagen, die Altsteinzeit war egalitär, ab der Jungsteinzeit haben wir Hierarchien. Es gibt andere Konzepte, die sagen die Herrscher-Hierarchien entstehen mit den Metallen in der Bronze-Zeit, also da gibt es verschiedene Ansätze heute, die aber meines Erachtens alle nicht wissenschaftlich fundiert sind. Wir können in der Archäologie immer nur über Fallstudien seriöse Aussagen machen. Und wenn man jetzt auf der Ebene von Fallstudien wäre, da könnte man dann einiges zusammentragen und sagen ja, in der Fallstudie kommt das raus, in der Fallstudie kommt jenes raus, und dann könnten wir zeigen, dass es eben nicht die Lebensverhältnisse in der Steinzeit gab, sondern dass man immer auf der Fall-Ebene argumentieren muss.

Fazit: Vielfalt und Variabilität

Der Blick auf die Frauen in der Urgeschichte hat sich geändert, vieles ist noch ungewiss, vieles bleibt noch Hypothese, doch dank moderner Untersuchungsmethoden konnten auch schon zahlreiche Fehlinterpretationen geradegerückt und neue Erkenntnisse gewonnen werden, und das ist erst der Anfang.

Eines ist sicher: Die Menschen der Steinzeit haben viele Transformationen erlebt und folglich gab es eine Vielzahl von Formen des Zusammenlebens und eine Vielfalt von Geschlechterrollen.

In den menschlichen Gesellschaften gab es nie ein naturgegebenes Geschlechter-Verhältnis. Es war immer eine Struktur, die von der Gruppe durch Verwandtschaftsregeln, durch Verhaltensregeln und durch die Hierarchie in diesen Gruppen erzeugt wurde. Es gibt kein Modell, an das wir uns in unseren Beziehungen zwischen Männern und Frauen halten sollten, sondern es handelt sich um variable Beziehungen.

Geschlechterverhältnisse während der Steinzeit – ein Thema mit noch vielen offenen Thesen und Überlegungen.