#01 Verdrängen und vergessen: Überlastungsschutz für die Seele - Ausschnitt 1
Radiowissen
Warum konnte Sigmund Freuds berühmteste Patientin Anna O. nicht aus Gläsern trinken? Erst eine Hypnose brachte den Grund ans Tageslicht: sie hatte einmal Hunde aus ihrem Glas trinken sehen. Aber die ekelerregende Erinnerung war "verdrängt", also in streng zensierte Bereiche des Unbewussten verschoben worden. Dort eingesperrte Denkinhalte sind konfliktbehaftet. Sie entziehen sich - so die psychoanalytische Lehre - einem schnellen Zugriff und machen sich allenfalls in Träumen, Fehlleistungen und Neurosen bemerkbar. Das ist das Material, mit dem dann therapeutisch gearbeitet wird, um Verdrängtes behutsam bewusst zu machen. Mittlerweile ist auch neurowissenschaftlich belegt, dass der Mensch in der Lage ist, sich selbst unbewusst zu manipulieren, also Schlimmes zu verdrängen oder Realitäten auszublenden, etwa eigene Schwächen und Gebrechen zu leugnen. Ein im Grunde gesunder Reflex. Denn wen fürchterliche Gedanken immer wieder heimsuchen, der wird möglicherweise psychisch krank. Ein Podcast von Justina Schreiber (BR 2015)
Credits: Autorin: Justina Schreiber Redaktion: Susanne Poelchau Regie: Eva Demmelhuber Sprecher: Beate Himmelstoß, Heinz Peter
Im Interview: - Psychoanalytiker Dr. Lothar Schon - Verhaltens- und Traumatherapeut Prof. Dr. Markos Maragkos
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de
Radiowissen finden Sie auch in ARD Sounds
Das Manuskript zur Folge gibt es hier
Wir freuen uns über eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Bitte beachtet unsere Netiquette und Tipps für Kommentare
Raw Description
<p>Warum konnte Sigmund Freuds berühmteste Patientin Anna O. nicht aus Gläsern trinken? Erst eine Hypnose brachte den Grund ans Tageslicht: sie hatte einmal Hunde aus ihrem Glas trinken sehen. Aber die ekelerregende Erinnerung war "verdrängt", also in streng zensierte Bereiche des Unbewussten verschoben worden. Dort eingesperrte Denkinhalte sind konfliktbehaftet. Sie entziehen sich - so die psychoanalytische Lehre - einem schnellen Zugriff und machen sich allenfalls in Träumen, Fehlleistungen und Neurosen bemerkbar. Das ist das Material, mit dem dann therapeutisch gearbeitet wird, um Verdrängtes behutsam bewusst zu machen. Mittlerweile ist auch neurowissenschaftlich belegt, dass der Mensch in der Lage ist, sich selbst unbewusst zu manipulieren, also Schlimmes zu verdrängen oder Realitäten auszublenden, etwa eigene Schwächen und Gebrechen zu leugnen. Ein im Grunde gesunder Reflex. Denn wen fürchterliche Gedanken immer wieder heimsuchen, der wird möglicherweise psychisch krank. Ein Podcast von Justina Schreiber (BR 2015)</p><p>Credits:<br/>Autorin: Justina Schreiber <br/>Redaktion: Susanne Poelchau<br/>Regie: Eva Demmelhuber<br/>Sprecher: Beate Himmelstoß, Heinz Peter</p> <p>Im Interview:<br/>- Psychoanalytiker Dr. Lothar Schon<br/>- Verhaltens- und Traumatherapeut Prof. Dr. Markos Maragkos<br/><br/></p> <p>Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an<br/>radiowissen@br.de</p> <p>Radiowissen finden Sie auch in <a href="https://www.ardsounds.de/sendung/radiowissen/urn:ard:show:a5369fa8556fcd7b/">ARD Sounds</a></p> <p>Das Manuskript zur Folge gibt es <a href="https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/manuskripte/index.html">hier</a></p> <p>Wir freuen uns über eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Bitte beachtet <a href="https://www.br.de/service/kommentare-netiquette-richtlinien-110.html">unsere Netiquette und Tipps für Kommentare</a></p>
Show Notes
Warum konnte Sigmund Freuds berühmteste Patientin Anna O. nicht aus Gläsern trinken? Erst eine Hypnose brachte den Grund ans Tageslicht: sie hatte einmal Hunde aus ihrem Glas trinken sehen. Aber die ekelerregende Erinnerung war "verdrängt", also in streng zensierte Bereiche des Unbewussten verschoben worden. Dort eingesperrte Denkinhalte sind konfliktbehaftet. Sie entziehen sich - so die psychoanalytische Lehre - einem schnellen Zugriff und machen sich allenfalls in Träumen, Fehlleistungen und Neurosen bemerkbar. Das ist das Material, mit dem dann therapeutisch gearbeitet wird, um Verdrängtes behutsam bewusst zu machen. Mittlerweile ist auch neurowissenschaftlich belegt, dass der Mensch in der Lage ist, sich selbst unbewusst zu manipulieren, also Schlimmes zu verdrängen oder Realitäten auszublenden, etwa eigene Schwächen und Gebrechen zu leugnen. Ein im Grunde gesunder Reflex. Denn wen fürchterliche Gedanken immer wieder heimsuchen, der wird möglicherweise psychisch krank. Ein Podcast von Justina Schreiber (BR 2015)
Credits: Autorin: Justina Schreiber Redaktion: Susanne Poelchau Regie: Eva Demmelhuber Sprecher: Beate Himmelstoß, Heinz Peter
Im Interview: - Psychoanalytiker Dr. Lothar Schon - Verhaltens- und Traumatherapeut Prof. Dr. Markos Maragkos
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<p>Warum konnte Sigmund Freuds berühmteste Patientin Anna O. nicht aus Gläsern trinken? Erst eine Hypnose brachte den Grund ans Tageslicht: sie hatte einmal Hunde aus ihrem Glas trinken sehen. Aber die ekelerregende Erinnerung war "verdrängt", also in streng zensierte Bereiche des Unbewussten verschoben worden. Dort eingesperrte Denkinhalte sind konfliktbehaftet. Sie entziehen sich - so die psychoanalytische Lehre - einem schnellen Zugriff und machen sich allenfalls in Träumen, Fehlleistungen und Neurosen bemerkbar. Das ist das Material, mit dem dann therapeutisch gearbeitet wird, um Verdrängtes behutsam bewusst zu machen. Mittlerweile ist auch neurowissenschaftlich belegt, dass der Mensch in der Lage ist, sich selbst unbewusst zu manipulieren, also Schlimmes zu verdrängen oder Realitäten auszublenden, etwa eigene Schwächen und Gebrechen zu leugnen. Ein im Grunde gesunder Reflex. Denn wen fürchterliche Gedanken immer wieder heimsuchen, der wird möglicherweise psychisch krank. Ein Podcast von Justina Schreiber (BR 2015)</p><p>Credits:<br/>Autorin: Justina Schreiber <br/>Redaktion: Susanne Poelchau<br/>Regie: Eva Demmelhuber<br/>Sprecher: Beate Himmelstoß, Heinz Peter</p> <p>Im Interview:<br/>- Psychoanalytiker Dr. Lothar Schon<br/>- Verhaltens- und Traumatherapeut Prof. Dr. Markos Maragkos<br/><br/></p> <p>Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an<br/>radiowissen@br.de</p> <p>Radiowissen finden Sie auch in <a href="https://www.ardsounds.de/sendung/radiowissen/urn:ard:show:a5369fa8556fcd7b/">ARD Sounds</a></p> <p>Das Manuskript zur Folge gibt es <a href="https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/manuskripte/index.html">hier</a></p> <p>Wir freuen uns über eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Bitte beachtet <a href="https://www.br.de/service/kommentare-netiquette-richtlinien-110.html">unsere Netiquette und Tipps für Kommentare</a></p>