Gelungene Integration: Eine feste Siedlung für fahrende Menschen
WDR Zeitzeichen
In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Reinartz:
- warum ausrangierte Reichsbahn-Waggons ein moralisches Problem und zugleich Notbehelf für Kölner Sinti und Roma sind,
- wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wertverlust haben - und warum sich das Zusammenleben dennoch schnell beruhigt,
- was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nachbarschaft bis heute bedeutet.
Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld - für die Jüngsten ein "Spielplatz", für die Erwachsenen ein Leben ohne Duschen, mit gefrorenen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Beständen der alten Reichsbahn, die während der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.
Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin entsteht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Frühjahr bis Spätsommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. September bezugsfertig - mit Stellplätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa.
Es gibt Skepsis, Polizeieinsätze wegen nächtlicher Musik - und doch wächst Normalität: Schule, Handwerk, Fußballverein. Heute wohnen noch rund 50 meist Ältere dort; der Mietvertrag läuft bis Ende September 2049 - wie es danach weitergeht, ist offen.
Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
- Markus Reinhardt, Musiker
- Agnes Esser, Mitglied im Roggendorfer Bürgerverein
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Sinti und Roma in Deutschland
- Dok-Zentrum dt. Sinti und Roma eröffnet (am 16.03.1997)
- Erste urkundliche Erwähnung der Rom-Völker in Deutschland (20.09.1407)
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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: zeitzeichen@wdr.de
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Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt's hier
Produktion
Autor: Michael Reinartz
Redaktion: Frank Zirpins
Raw Description
<p>In Rekordzeit hatte die Stadt Köln die Siedlung hochgezogen: Am 30.9.1975 zogen 108 Sinti in die festen Häuser im Kölner Norden ein - ein großer Schritt für sie und ihre Nachbarn.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Reinartz:</strong><br/><ul><li>warum ausrangierte Reichsbahn-Waggons ein moralisches Problem und zugleich Notbehelf für Kölner Sinti und Roma sind, </li><li>wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wertverlust haben - und warum sich das Zusammenleben dennoch schnell beruhigt,</li><li>was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nachbarschaft bis heute bedeutet.</li></ul><br/>Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld - für die Jüngsten ein "Spielplatz", für die Erwachsenen ein Leben ohne Duschen, mit gefrorenen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Beständen der alten Reichsbahn, die während der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.<br/><br/>Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin entsteht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Frühjahr bis Spätsommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. September bezugsfertig - mit Stellplätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa.<br/><br/>Es gibt Skepsis, Polizeieinsätze wegen nächtlicher Musik - und doch wächst Normalität: Schule, Handwerk, Fußballverein. Heute wohnen noch rund 50 meist Ältere dort; der Mietvertrag läuft bis Ende September 2049 - wie es danach weitergeht, ist offen.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Markus Reinhardt, Musiker </li><li>Agnes Esser, Mitglied im Roggendorfer Bürgerverein</li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>Planet Wissen: <a href="https://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/sinti_und_roma_in_deutschland/index.html" >Sinti und Roma in Deutschland</a></li><li><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-dok-zentrum-dt-sinti-und-roma-eroeffnet-am--100.html" >Dok-Zentrum dt. Sinti und Roma eröffnet</a> (am 16.03.1997)</li><li><a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-erste-urkundliche-erwaehnung-zigeuner-deutschland-sinti-roma-100.html" >Erste urkundliche Erwähnung der Rom-Völker in Deutschland</a> (20.09.1407)</li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Michael Reinartz<br/>Redaktion: Frank Zirpins</p>
Show Notes
In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Reinartz:
- warum ausrangierte Reichsbahn-Waggons ein moralisches Problem und zugleich Notbehelf für Kölner Sinti und Roma sind,
- wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wertverlust haben - und warum sich das Zusammenleben dennoch schnell beruhigt,
- was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nachbarschaft bis heute bedeutet.
Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld - für die Jüngsten ein "Spielplatz", für die Erwachsenen ein Leben ohne Duschen, mit gefrorenen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Beständen der alten Reichsbahn, die während der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.
Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin entsteht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Frühjahr bis Spätsommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. September bezugsfertig - mit Stellplätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa.
Es gibt Skepsis, Polizeieinsätze wegen nächtlicher Musik - und doch wächst Normalität: Schule, Handwerk, Fußballverein. Heute wohnen noch rund 50 meist Ältere dort; der Mietvertrag läuft bis Ende September 2049 - wie es danach weitergeht, ist offen.
Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
- Markus Reinhardt, Musiker
- Agnes Esser, Mitglied im Roggendorfer Bürgerverein
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Sinti und Roma in Deutschland
- Dok-Zentrum dt. Sinti und Roma eröffnet (am 16.03.1997)
- Erste urkundliche Erwähnung der Rom-Völker in Deutschland (20.09.1407)
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Autor: Michael Reinartz
Redaktion: Frank Zirpins
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<p>In Rekordzeit hatte die Stadt Köln die Siedlung hochgezogen: Am 30.9.1975 zogen 108 Sinti in die festen Häuser im Kölner Norden ein - ein großer Schritt für sie und ihre Nachbarn.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Reinartz:</strong><br/><ul><li>warum ausrangierte Reichsbahn-Waggons ein moralisches Problem und zugleich Notbehelf für Kölner Sinti und Roma sind, </li><li>wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wertverlust haben - und warum sich das Zusammenleben dennoch schnell beruhigt,</li><li>was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nachbarschaft bis heute bedeutet.</li></ul><br/>Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld - für die Jüngsten ein "Spielplatz", für die Erwachsenen ein Leben ohne Duschen, mit gefrorenen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Beständen der alten Reichsbahn, die während der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.<br/><br/>Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin entsteht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Frühjahr bis Spätsommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. September bezugsfertig - mit Stellplätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa.<br/><br/>Es gibt Skepsis, Polizeieinsätze wegen nächtlicher Musik - und doch wächst Normalität: Schule, Handwerk, Fußballverein. Heute wohnen noch rund 50 meist Ältere dort; der Mietvertrag läuft bis Ende September 2049 - wie es danach weitergeht, ist offen.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Markus Reinhardt, Musiker </li><li>Agnes Esser, Mitglied im Roggendorfer Bürgerverein</li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>Planet Wissen: <a href="https://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/sinti_und_roma_in_deutschland/index.html" >Sinti und Roma in Deutschland</a></li><li><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-dok-zentrum-dt-sinti-und-roma-eroeffnet-am--100.html" >Dok-Zentrum dt. Sinti und Roma eröffnet</a> (am 16.03.1997)</li><li><a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-erste-urkundliche-erwaehnung-zigeuner-deutschland-sinti-roma-100.html" >Erste urkundliche Erwähnung der Rom-Völker in Deutschland</a> (20.09.1407)</li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Michael Reinartz<br/>Redaktion: Frank Zirpins</p>