Reichskanzler und Totengräber der Demokratie: Heinrich Brüning
WDR Zeitzeichen
Über diese Folge
Heinrich Brüning, geboren am 26.11.1885, regiert als Reichskanzler der Weimarer Republik ab 1930 mit Notverordnungen - und wird zum Symbol für das Ende der Demokratie.
In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
- warum Brüning als Totengräber der Demokratie gilt,
- von Brünings verklärter Sicht auf den Ersten Weltkrieg,
- wie sich Brünings Notverordnungen auf das alltägliche Leben der Menschen auswirken,
- von seiner schwankenden Haltung gegenüber der NSDAP.
Geboren als Sohn eines Essigfabrikanten, legt Heinrich Brüning eine erstaunliche politische Karriere hin: Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und ab 1930 Reichskanzler der Weimarer Republik. Seine Amtszeit dauert aber nur zwei Jahre, denn wegen seiner Sparmaßnahmen ist Brüning sehr unbeliebt.
Nach der Machtübertragung an die Nazis wird er Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei und stimmt 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Ein Jahr später flieht Brüning aus Deutschland, verbringt den Rest seines Lebens vor allem in den USA.
Seine Memoiren lösen später heftige Kontroversen unter Historikern und Publizisten aus. Hat Brüning wirklich versucht, den Marsch in eine Diktatur aufzuhalten? Welchen Handlungsspielraum hatte er? Fest steht nur: Selbstkritik ist von ihm nicht überliefert.
Quellen und Interviewpartner
- Michael Dreyer (außerplanmäßiger Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik)
- Webseite des Weimarer Republik e.V.
Weiterführende Links
- Zeitzeichen: 15. Februar 1932 - Reichspräsident Hindenburg kündigt Wiederkandidatur an
- Zeitzeichen: 30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird Reichskanzler
- Stichtag: 14. August 1919 - Weimarer Verfassung tritt in Kraft
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Produktion
- Autor: Thomas Klug
- Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Raw Description
<p>Heinrich Brüning, geboren am 26.11.1885, regiert als Reichskanzler der Weimarer Republik ab 1930 mit Notverordnungen - und wird zum Symbol für das Ende der Demokratie.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:</strong><br/><ul><li>warum Brüning als Totengräber der Demokratie gilt,</li><li>von Brünings verklärter Sicht auf den Ersten Weltkrieg,</li><li>wie sich Brünings Notverordnungen auf das alltägliche Leben der Menschen auswirken,</li><li>von seiner schwankenden Haltung gegenüber der NSDAP.</li></ul><br/>Geboren als Sohn eines Essigfabrikanten, legt Heinrich Brüning eine erstaunliche politische Karriere hin: Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und ab 1930 Reichskanzler der Weimarer Republik. Seine Amtszeit dauert aber nur zwei Jahre, denn wegen seiner Sparmaßnahmen ist Brüning sehr unbeliebt.<br/><br/>Nach der Machtübertragung an die Nazis wird er Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei und stimmt 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Ein Jahr später flieht Brüning aus Deutschland, verbringt den Rest seines Lebens vor allem in den USA.<br/><br/>Seine Memoiren lösen später heftige Kontroversen unter Historikern und Publizisten aus. Hat Brüning wirklich versucht, den Marsch in eine Diktatur aufzuhalten? Welchen Handlungsspielraum hatte er? Fest steht nur: Selbstkritik ist von ihm nicht überliefert.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Michael Dreyer (außerplanmäßiger Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik)</li><li>Webseite des <a href="https://www.weimarer-republik.net/verein/" >Weimarer Republik e.V.</a></li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>Zeitzeichen: <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-hindenburg-wiederkandidatur-reichspraesident-100.html" >15. Februar 1932 - Reichspräsident Hindenburg kündigt Wiederkandidatur an</a></li><li>Zeitzeichen: <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-hitler-reichskanzler-108.html" >30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird Reichskanzler</a></li><li>Stichtag: <a href="https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-weimarer-verfassung-100.html" >14. August 1919 - Weimarer Verfassung tritt in Kraft</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!<br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Thomas Klug<br/>Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak</p>
Show Notes
Über diese Folge
Heinrich Brüning, geboren am 26.11.1885, regiert als Reichskanzler der Weimarer Republik ab 1930 mit Notverordnungen - und wird zum Symbol für das Ende der Demokratie.
In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
- warum Brüning als Totengräber der Demokratie gilt,
- von Brünings verklärter Sicht auf den Ersten Weltkrieg,
- wie sich Brünings Notverordnungen auf das alltägliche Leben der Menschen auswirken,
- von seiner schwankenden Haltung gegenüber der NSDAP.
Geboren als Sohn eines Essigfabrikanten, legt Heinrich Brüning eine erstaunliche politische Karriere hin: Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und ab 1930 Reichskanzler der Weimarer Republik. Seine Amtszeit dauert aber nur zwei Jahre, denn wegen seiner Sparmaßnahmen ist Brüning sehr unbeliebt.
Nach der Machtübertragung an die Nazis wird er Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei und stimmt 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Ein Jahr später flieht Brüning aus Deutschland, verbringt den Rest seines Lebens vor allem in den USA.
Seine Memoiren lösen später heftige Kontroversen unter Historikern und Publizisten aus. Hat Brüning wirklich versucht, den Marsch in eine Diktatur aufzuhalten? Welchen Handlungsspielraum hatte er? Fest steht nur: Selbstkritik ist von ihm nicht überliefert.
Quellen und Interviewpartner
- Michael Dreyer (außerplanmäßiger Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik)
- Webseite des Weimarer Republik e.V.
Weiterführende Links
- Zeitzeichen: 15. Februar 1932 - Reichspräsident Hindenburg kündigt Wiederkandidatur an
- Zeitzeichen: 30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird Reichskanzler
- Stichtag: 14. August 1919 - Weimarer Verfassung tritt in Kraft
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Produktion
- Autor: Thomas Klug
- Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Raw Description
<p>Heinrich Brüning, geboren am 26.11.1885, regiert als Reichskanzler der Weimarer Republik ab 1930 mit Notverordnungen - und wird zum Symbol für das Ende der Demokratie.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:</strong><br/><ul><li>warum Brüning als Totengräber der Demokratie gilt,</li><li>von Brünings verklärter Sicht auf den Ersten Weltkrieg,</li><li>wie sich Brünings Notverordnungen auf das alltägliche Leben der Menschen auswirken,</li><li>von seiner schwankenden Haltung gegenüber der NSDAP.</li></ul><br/>Geboren als Sohn eines Essigfabrikanten, legt Heinrich Brüning eine erstaunliche politische Karriere hin: Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und ab 1930 Reichskanzler der Weimarer Republik. Seine Amtszeit dauert aber nur zwei Jahre, denn wegen seiner Sparmaßnahmen ist Brüning sehr unbeliebt.<br/><br/>Nach der Machtübertragung an die Nazis wird er Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei und stimmt 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Ein Jahr später flieht Brüning aus Deutschland, verbringt den Rest seines Lebens vor allem in den USA.<br/><br/>Seine Memoiren lösen später heftige Kontroversen unter Historikern und Publizisten aus. Hat Brüning wirklich versucht, den Marsch in eine Diktatur aufzuhalten? Welchen Handlungsspielraum hatte er? Fest steht nur: Selbstkritik ist von ihm nicht überliefert.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Michael Dreyer (außerplanmäßiger Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik)</li><li>Webseite des <a href="https://www.weimarer-republik.net/verein/" >Weimarer Republik e.V.</a></li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>Zeitzeichen: <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-hindenburg-wiederkandidatur-reichspraesident-100.html" >15. Februar 1932 - Reichspräsident Hindenburg kündigt Wiederkandidatur an</a></li><li>Zeitzeichen: <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-hitler-reichskanzler-108.html" >30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird Reichskanzler</a></li><li>Stichtag: <a href="https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-weimarer-verfassung-100.html" >14. August 1919 - Weimarer Verfassung tritt in Kraft</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!<br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Thomas Klug<br/>Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak</p>