Tournier: Ein "Deutschlandversteher" spaltet die Literaturwelt
WDR Zeitzeichen
Worum geht es in dieser Folge?
Christoph Vormweg erzählt:
- warum Michel Tournier in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt
- dass Tournier als Kind Nazi-Paraden scheußlich und großartig zugleich findet
- warum ihm eine Universitätskarriere verwehrt bleibt
- dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft
- warum das Buch aber in Deutschland kontrovers diskutiert wird
- dass Michel Tournier sein Leben lang schwer durchschaubar bleibt
Die Geschichte
Michel Tournier, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Germany. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in Tourniers Augen gewiefte Kindesverführer.
In seinen Romanen verwendet Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch.
Quellen und Interviewpartner
- Prof. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam)
- Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025
- Michel Tournier: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991
- Cornelia Klettke: Der postmoderne Mythenroman Michel Tourniers am Beispiel des "Roi des Aulnes". Bonn 2012
- Michel Tournier: Die Schlüssel und das Schloss. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. München 1980
Weiterführende Links
- Hörspiel nach Michel Tourniers Bestseller "Der Erlkönig"
- Michel Tournier - 4 Episoden bei radiofrance
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.
Credits
- Autor: Christoph Vormweg
- Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
- Technik: Jürgen Beiner
Raw Description
<p>Michel Tournier (gest. am 18.1.2016) erlebt den Nationalsozialismus hautnah. Später wird der Schriftsteller von Millionen gelesen - und von Holocaust-Überlebenden kritisiert.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:</strong><br/><ul><li>warum <span lang="fr">Michel Tournier</span> in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt,</li><li>dass <span lang="fr">Tournier</span> als Kind Nazi-Paraden scheußlich und großartig zugleich findet,</li><li>warum ihm eine Universitätskarriere verwehrt bleibt,</li><li>dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft,</li><li>warum das Buch aber in Deutschland kontrovers diskutiert wird,</li><li>dass <span lang="fr">Michel Tournier</span> sein Leben lang schwer durchschaubar bleibt.</li></ul><br/><span lang="fr">Michel Tournier</span>, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Deutschland. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in <span lang="fr">Tourniers</span> Augen gewiefte Kindesverführer. <br/><br/>In seinen Romanen verwendet <span lang="fr">Tournier</span> Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem <span lang="en">Prix Goncourt</span>. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch. <br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li><abbr title="Professorin">Prof</abbr>. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam)</li><li>Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025</li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span>: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991</li><li>Cornelia Klettke: Der postmoderne Mythenroman <span lang="fr">Michel Tourniers</span> am Beispiel des "<span lang="fr">Roi des Aulnes</span>". Bonn 2012</li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span>: Die Schlüssel und das Schloss. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. München 1980</li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>"Der Erlkönig" - <a href="https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-nach-michel-tourniers-bestseller-der-erlkoenig-1-100.html" >Hörspiel nach Michel Tourniers Bestseller</a></li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span> - <a href="https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/serie-michel-tournier" >4 Episoden bei radiofrance</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der </strong><a href="https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen" ><strong>ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.</strong></a><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Christoph Vormweg<br/>Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak <br/>Technik: Jürgen Beiner</p>
Show Notes
Worum geht es in dieser Folge?
Christoph Vormweg erzählt:
- warum Michel Tournier in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt
- dass Tournier als Kind Nazi-Paraden scheußlich und großartig zugleich findet
- warum ihm eine Universitätskarriere verwehrt bleibt
- dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft
- warum das Buch aber in Deutschland kontrovers diskutiert wird
- dass Michel Tournier sein Leben lang schwer durchschaubar bleibt
Die Geschichte
Michel Tournier, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Germany. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in Tourniers Augen gewiefte Kindesverführer.
In seinen Romanen verwendet Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch.
Quellen und Interviewpartner
- Prof. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam)
- Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025
- Michel Tournier: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991
- Cornelia Klettke: Der postmoderne Mythenroman Michel Tourniers am Beispiel des "Roi des Aulnes". Bonn 2012
- Michel Tournier: Die Schlüssel und das Schloss. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. München 1980
Weiterführende Links
- Hörspiel nach Michel Tourniers Bestseller "Der Erlkönig"
- Michel Tournier - 4 Episoden bei radiofrance
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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!
Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.
Credits
- Autor: Christoph Vormweg
- Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
- Technik: Jürgen Beiner
Raw Description
<p>Michel Tournier (gest. am 18.1.2016) erlebt den Nationalsozialismus hautnah. Später wird der Schriftsteller von Millionen gelesen - und von Holocaust-Überlebenden kritisiert.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:</strong><br/><ul><li>warum <span lang="fr">Michel Tournier</span> in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt,</li><li>dass <span lang="fr">Tournier</span> als Kind Nazi-Paraden scheußlich und großartig zugleich findet,</li><li>warum ihm eine Universitätskarriere verwehrt bleibt,</li><li>dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft,</li><li>warum das Buch aber in Deutschland kontrovers diskutiert wird,</li><li>dass <span lang="fr">Michel Tournier</span> sein Leben lang schwer durchschaubar bleibt.</li></ul><br/><span lang="fr">Michel Tournier</span>, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Deutschland. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in <span lang="fr">Tourniers</span> Augen gewiefte Kindesverführer. <br/><br/>In seinen Romanen verwendet <span lang="fr">Tournier</span> Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem <span lang="en">Prix Goncourt</span>. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch. <br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li><abbr title="Professorin">Prof</abbr>. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam)</li><li>Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025</li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span>: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991</li><li>Cornelia Klettke: Der postmoderne Mythenroman <span lang="fr">Michel Tourniers</span> am Beispiel des "<span lang="fr">Roi des Aulnes</span>". Bonn 2012</li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span>: Die Schlüssel und das Schloss. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. München 1980</li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li>"Der Erlkönig" - <a href="https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-nach-michel-tourniers-bestseller-der-erlkoenig-1-100.html" >Hörspiel nach Michel Tourniers Bestseller</a></li><li><span lang="fr">Michel Tournier</span> - <a href="https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/serie-michel-tournier" >4 Episoden bei radiofrance</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der </strong><a href="https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen" ><strong>ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.</strong></a><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Christoph Vormweg<br/>Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak <br/>Technik: Jürgen Beiner</p>