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Verrat im Kalten Krieg: Wie West-Spion Tiedge zur Stasi ging

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Als Chef der Spionageabwehr DDR kennt Hansjoachim Tiedge (gest. 6.4.2011) die Geheimnisse westdeutscher Geheimdienstarbeit - und verrät sie alle, ausgerechnet an die DDR.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

  • welche gravierenden Folgen Tiedges Verrat für den Verfassungsschutz hat,
  • von Tiedges Leben zwischen Arbeit und Kneipe,
  • wie Tiedge in der DDR hofiert wird,
  • warum der Fall Tiedge für einen Verfassungsschutz-Maulwurf zum Glücksfall wird.

Hansjoachim Tiedge ist Regierungsdirektor im Bundesamt für Verfassungsschutz. Fast 20 Jahre lang arbeitet er für die Behörde, steuert dort die westdeutschen Spionageaktivitäten in der DDR. Dann läuft er genau dorthin über und sorgt damit für einen der größten Spionageskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Tiedge handelt aber nicht aus Überzeugung. Es sind die Lebensumstände, die ihn dazu treiben: Seine Frau ist tot, er selbst alkoholkrank und verschuldet. Und so verrät er für ein besseres Leben im Sozialismus den DDR-Behörden alles, was er über die Operationen seines ehemaligen Arbeitgebers weiß.

Nach dem Ende der DDR flieht Tiedge nach Moskau - ein freundliches Angebot des russischen Auslandsgeheimdienstes KGB. Dort lebt er, unbehelligt von deutschen Strafverfolgungsbehörden, bis zu seinem Tod am 6. April 2011.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner:

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak