Brutal und erfolgreich wie Dschingis Khan: Timur Lenk
WDR Zeitzeichen
Seine Verletzung müsste ein Todesurteil sein, doch Timur Lenk errichtet trotzdem ein Großreich vom Schwarzen Meer bis Indien. Im Februar 1405 stirbt der asiatische Eroberer.
In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
- wie Timur Lenk trotz körperlicher Einschränkungen zum gefürchteten Feldherren wird,
- wie er weniger durch wahre Genialität als durch Cleverness an die Spitze gelangt,
- welche Rolle Kriegsbeute in der Wirtschaftspolitik des Eroberers spielt,
- dass Timur Lenk nicht bloß grausamer Herrscher, sondern auch Förderer der Wissenschaft, Kultur und Bildung ist.
Mitte des 14. Jahrhunderts schlagen sich Timur ibn Taraghai Barlas, ein Angehöriger der niederen Adelsschicht, und eine Handvoll seiner Gefolgsleute auf dem Gebiet des heutigen Uzbekistan mit Viehdiebstahl und Raubzügen durch. Beim Schafestehlen erleidet der Anführer der kleinen Horde mehrere Verwundungen, die seine Beweglichkeit zeitlebens einschränken. Insgesamt schlechte Aussichten für Timur, den Lahmen, denn das bedeutet der Name Timur Lenk, unter dem er in die Geschichte eingeht.
Aber der junge Mann hat Charisma. Und Ehrgeiz. Timur führt Krieg in allen Himmelsrichtungen. Seine Maxime: Es ist die Pflicht eines jeden Fürsten, in jedes Land einzudringen, wo Tyrannei, Unterdrückung und Ungleichheit herrschen. Timur entscheidet selbst, wo gerade Bedarf besteht. Egal, ob Persia, Iraq, am Caspian Sea, von der Volga bis nach India: 35 Jahre lang führt er Krieg und dehnt sein Reich immer weiter aus.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für die Geschichte Osteuropas an der Freien Universität Berlin.
- Sir Clements Markham (Hrsg.): Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, 1403 - 1406. Translated, for the First Time, with Notes, a Preface and an Introductory Life of Timour Beg, London 1859
- Beatrice Forbes Manz: The Rise and Rule of Tamerlane. Cambridge University Press, Cambridge 1989.
Weiterführende Links:
- Stichtag: 1206 – Dschingis Khan gründet das Mongolenreich
- Stichtag - 09.04.1241: Sieg der Mongolen in Schlesien
- Zeitzeichen-Archiv
Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
- Autor: Murat Kayi
- Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Raw Description
<p>Seine Verletzung müsste ein Todesurteil sein, doch Timur Lenk errichtet trotzdem ein Großreich vom Schwarzen Meer bis Indien. Im Februar 1405 stirbt der asiatische Eroberer.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:</strong><br/><ul><li>wie Timur Lenk trotz körperlicher Einschränkungen zum gefürchteten Feldherren wird,</li><li>wie er weniger durch wahre Genialität als durch Cleverness an die Spitze gelangt,</li><li>welche Rolle Kriegsbeute in der Wirtschaftspolitik des Eroberers spielt,</li><li>dass Timur Lenk nicht bloß grausamer Herrscher, sondern auch Förderer der Wissenschaft, Kultur und Bildung ist.</li></ul><br/>Mitte des 14. Jahrhunderts schlagen sich Timur ibn Taraghai Barlas, ein Angehöriger der niederen Adelsschicht, und eine Handvoll seiner Gefolgsleute auf dem Gebiet des heutigen Usbekistans mit Viehdiebstahl und Raubzügen durch. Beim Schafestehlen erleidet der Anführer der kleinen Horde mehrere Verwundungen, die seine Beweglichkeit zeitlebens einschränken. Insgesamt schlechte Aussichten für Timur, den Lahmen, denn das bedeutet der Name Timur Lenk, unter dem er in die Geschichte eingeht. <br/><br/>Aber der junge Mann hat Charisma. Und Ehrgeiz. Timur führt Krieg in allen Himmelsrichtungen. Seine Maxime: Es ist die Pflicht eines jeden Fürsten, in jedes Land einzudringen, wo Tyrannei, Unterdrückung und Ungleichheit herrschen. Timur entscheidet selbst, wo gerade Bedarf besteht. Egal, ob Persien, Irak, am Kaspischen Meer, von der Wolga bis nach Indien: 35 Jahre lang führt er Krieg und dehnt sein Reich immer weiter aus.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für die Geschichte Osteuropas an der Freien Universität Berlin.</li><li><span lang="en">Sir Clements Markham (Hrsg.): Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, 1403 - 1406. Translated, for the First Time, with Notes, a Preface and an Introductory Life of Timour Beg, London 1859</span></li><li><span lang="en">Beatrice Forbes Manz: The Rise and Rule of Tamerlane. Cambridge University Press, Cambridge 1989.</span></li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li><a href="https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag6296.html" >Stichtag: 1206 – Dschingis Khan gründet das Mongolenreich</a></li><li><a href="https://www1.wdr.de/stichtag/schlacht-bei-liegnitz-100.html" >Stichtag - 09.04.1241: Sieg der Mongolen in Schlesien</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Murat Kayi<br/>Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse</p>
Show Notes
Seine Verletzung müsste ein Todesurteil sein, doch Timur Lenk errichtet trotzdem ein Großreich vom Schwarzen Meer bis Indien. Im Februar 1405 stirbt der asiatische Eroberer.
In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
- wie Timur Lenk trotz körperlicher Einschränkungen zum gefürchteten Feldherren wird,
- wie er weniger durch wahre Genialität als durch Cleverness an die Spitze gelangt,
- welche Rolle Kriegsbeute in der Wirtschaftspolitik des Eroberers spielt,
- dass Timur Lenk nicht bloß grausamer Herrscher, sondern auch Förderer der Wissenschaft, Kultur und Bildung ist.
Mitte des 14. Jahrhunderts schlagen sich Timur ibn Taraghai Barlas, ein Angehöriger der niederen Adelsschicht, und eine Handvoll seiner Gefolgsleute auf dem Gebiet des heutigen Uzbekistan mit Viehdiebstahl und Raubzügen durch. Beim Schafestehlen erleidet der Anführer der kleinen Horde mehrere Verwundungen, die seine Beweglichkeit zeitlebens einschränken. Insgesamt schlechte Aussichten für Timur, den Lahmen, denn das bedeutet der Name Timur Lenk, unter dem er in die Geschichte eingeht.
Aber der junge Mann hat Charisma. Und Ehrgeiz. Timur führt Krieg in allen Himmelsrichtungen. Seine Maxime: Es ist die Pflicht eines jeden Fürsten, in jedes Land einzudringen, wo Tyrannei, Unterdrückung und Ungleichheit herrschen. Timur entscheidet selbst, wo gerade Bedarf besteht. Egal, ob Persia, Iraq, am Caspian Sea, von der Volga bis nach India: 35 Jahre lang führt er Krieg und dehnt sein Reich immer weiter aus.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für die Geschichte Osteuropas an der Freien Universität Berlin.
- Sir Clements Markham (Hrsg.): Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, 1403 - 1406. Translated, for the First Time, with Notes, a Preface and an Introductory Life of Timour Beg, London 1859
- Beatrice Forbes Manz: The Rise and Rule of Tamerlane. Cambridge University Press, Cambridge 1989.
Weiterführende Links:
- Stichtag: 1206 – Dschingis Khan gründet das Mongolenreich
- Stichtag - 09.04.1241: Sieg der Mongolen in Schlesien
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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
- Autor: Murat Kayi
- Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Raw Description
<p>Seine Verletzung müsste ein Todesurteil sein, doch Timur Lenk errichtet trotzdem ein Großreich vom Schwarzen Meer bis Indien. Im Februar 1405 stirbt der asiatische Eroberer.</p><br/><br/><p><strong>In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:</strong><br/><ul><li>wie Timur Lenk trotz körperlicher Einschränkungen zum gefürchteten Feldherren wird,</li><li>wie er weniger durch wahre Genialität als durch Cleverness an die Spitze gelangt,</li><li>welche Rolle Kriegsbeute in der Wirtschaftspolitik des Eroberers spielt,</li><li>dass Timur Lenk nicht bloß grausamer Herrscher, sondern auch Förderer der Wissenschaft, Kultur und Bildung ist.</li></ul><br/>Mitte des 14. Jahrhunderts schlagen sich Timur ibn Taraghai Barlas, ein Angehöriger der niederen Adelsschicht, und eine Handvoll seiner Gefolgsleute auf dem Gebiet des heutigen Usbekistans mit Viehdiebstahl und Raubzügen durch. Beim Schafestehlen erleidet der Anführer der kleinen Horde mehrere Verwundungen, die seine Beweglichkeit zeitlebens einschränken. Insgesamt schlechte Aussichten für Timur, den Lahmen, denn das bedeutet der Name Timur Lenk, unter dem er in die Geschichte eingeht. <br/><br/>Aber der junge Mann hat Charisma. Und Ehrgeiz. Timur führt Krieg in allen Himmelsrichtungen. Seine Maxime: Es ist die Pflicht eines jeden Fürsten, in jedes Land einzudringen, wo Tyrannei, Unterdrückung und Ungleichheit herrschen. Timur entscheidet selbst, wo gerade Bedarf besteht. Egal, ob Persien, Irak, am Kaspischen Meer, von der Wolga bis nach Indien: 35 Jahre lang führt er Krieg und dehnt sein Reich immer weiter aus.<br/><br/><strong>Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:</strong><br/><ul><li>Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für die Geschichte Osteuropas an der Freien Universität Berlin.</li><li><span lang="en">Sir Clements Markham (Hrsg.): Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, 1403 - 1406. Translated, for the First Time, with Notes, a Preface and an Introductory Life of Timour Beg, London 1859</span></li><li><span lang="en">Beatrice Forbes Manz: The Rise and Rule of Tamerlane. Cambridge University Press, Cambridge 1989.</span></li></ul><br/><strong>Weiterführende Links:</strong><br/><ul><li><a href="https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag6296.html" >Stichtag: 1206 – Dschingis Khan gründet das Mongolenreich</a></li><li><a href="https://www1.wdr.de/stichtag/schlacht-bei-liegnitz-100.html" >Stichtag - 09.04.1241: Sieg der Mongolen in Schlesien</a></li></ul><br/><strong>Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?</strong><br/>Gerne her damit: Einfach schreiben an <a href="mailto:zeitzeichen@wdr.de" >zeitzeichen@wdr.de</a> <br/>Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! <br/><br/><strong>Das ganze </strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/index.html" ><strong>Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier</strong></a><strong>.</strong><br/><br/><strong>Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: </strong><br/>Autor: Murat Kayi<br/>Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse</p>