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Sigmund Freuds Lehrmeisterin: Patientin "Cäcilie M."

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Anna von Lieben (gest. 31.10.1900) ist reich, gebildet und unglücklich. Ihre "Hysterie" kann nicht einmal Freud heilen. Doch sie hilft ihm, die Psychoanalyse zu entwickeln.

In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

  • warum Anna von Lieben am liebsten Schachspielerin geworden wäre,
  • weshalb sie stattdessen einen zwölf Jahre älteren Mann heiraten muss,
  • welche Ursache Ärzte sich für die Diagnose "Hysterie" ausdenken,
  • was Sigmund Freud dank seiner Patientin "Cäcilie M." entdeckt.

Als Anna von Lieben 1889 auf den jungen Neurologen Sigmund Freud trifft, hat sie schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich: elektrische Pinselungen, alkalische Wasser, Abführmittel – sogar sieben gesunde Zähne sind ihr gezogen worden.

Wie viele Frauen im Wiener Großbürgertum leidet Anna von Lieben unter "Hysterie". Eine gängige Diagnose für Frauen im 19. Jahrhundert, die sich den gesellschaftlichen Normen nicht beugen wollen und darüber krank werden.

Für Sigmund Freud ist Anna von Lieben ein Glücksgriff. In seinen Studien über Hysterie erwähnt er sie immer wieder unter dem Pseudonym "Cäcilie M.". Mehrmals pro Woche besucht er sie und kehrt dabei die Machtverhältnisse um: Sie spricht, er hört zu, verborgen hinter der Couch.

"Mein schwerster und lehrreichster Fall", notiert Freud später. Helfen kann er ihr nicht. Anna von Lieben betäubt ihre Leiden mit Morphium und stirbt am 31. Oktober 1900 mit 53 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:


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