Die Marketenderin
Alles Geschichte - Der History-Podcast
Credits
Autor dieser Folge: David Boos Regie: Christiane Klenz Es sprachen: Xenia Tilling, Shenja Lacher Technik: Moritz Herrmann Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Dr. Hiram Kümper, Lehrstuhl für Spätmittelalter und frühe Neuzeit
Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2025
Besonderer Linktipp der Redaktion
rbb: Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt
Von heute auf morgen ändert sich alles! Die Gesetze, die Regeln, das Leben. Was früher richtig war, ist heute falsch und umgekehrt. Ruth-Maria Thomas erzählt von ostdeutschen Frauen, die nach der Wiedervereinigung ihr Leben neugestalten mussten. Ihre oft unerzählten und ungewürdigten Erfahrungen sind heute relevanter denn je.
Linktipps
ARD (2025): WIE MENSCHEN FRÜHER REISTEN - Unterwegs sein im Mittelalter Ob Pilger, Kreuzritter oder Handelsreisende: Die Menschen im Mittelalter waren - anders als landläufig bekannt - sehr mobil. Sich seinerzeit auf den Weg zu machen war indes meist kaum bequem - und nicht selten ein lebensgefährliches Unterfangen.
WDR Zeitzeichen (2025): Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan Im Jahr 1405 wagt eine Frau in Paris das Unvorstellbare: Sie widerspricht. Christine de Pizans „Stadt der Frauen" ist ein Meilenstein feministischer Literaturgeschichte – die Ich-Erzählerin bekommt Besuch von drei vornehmen Damen. Sie heißen Vernunft, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit.
Alltag im Mittelalter: Eine Digital Story des Germanischen Nationalmuseums Das Mittelalter folgt uns auf Schritt und Tritt. Wenn wir durch die Stadt gehen, auf die Uhr sehen, ein Buch aufschlagen oder eine Universität besuchen. Wie sehr uns die Zeit vor 500 Jahren bis heute prägt, zeigt die digitale Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums. Sie erforscht: Wie lebten, wohnten und arbeiteten die Menschen im Mittelalter? Welche Hoffnungen und Ängste hatten sie, was wussten sie über die Welt?
Weitere Tipps für Geschichts-Interessierte
DAS KALENDERBLATT erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum - skurril, anrührend, witzig und oft überraschend.
RADIOWISSEN Geschichtsthemen, aber auch Features zu anderen Wissensbereichen wie Literatur und Musik, Philosophie, Ethik, Religionen, Psychologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung, Natur und Umwelt
Feedback
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
Ausschnitt aus dem Manuskript
ERZÄHLERIN
17 Jahrhundert, eine Stadt irgendwo in Deutschland. Die Bewohner der Stadt sind in heller Aufregung, denn sie werden angegriffen. Sie kennen die Geschichte, die man sich über Belagerungen erzählt: Plünderungen, Brände, Mord und schlimmeres. Die Stimmung ist angespannt. Und dann kommen sie: Die Ritter, Söldner, Landsknechte. Männer, bereit jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt. Ohne zu zögern erklimmen sie die Mauern und nehmen die Stadt ein.
ERZÄHLER
So zumindest stellen wir uns typische Szenen im 30-jährigen Krieg vor. Aber das ist mindestens ungenau. Denn erstens endeten Belagerungen nicht zwangsläufig mit dem heldenhaften Erstürmen einer Burg. Manchmal gaben die Belagerten schon davor auf und ließen die Belagerer freiwillig in die Stadt ziehen, in der Hoffnung, nicht geplündert zu werden. Und: Die Soldaten kamen bestimmt nicht alleine. Auch wenn das in vielen Darstellungen des Krieges oft ausgelassen oder vergessen wird: Die Heere im Dreißigjährigen Krieg bestanden nicht nur aus Soldaten und nicht nur aus Männern. Teil eines Regiments waren zum Beispiel auch Wagenmeister, Feldscherer, Diener, Trommler, Feldprediger und Marketenderinnen.
ERZÄHLERIN
Nicht nur Soldaten also, die in den Krieg zogen, sondern auch viele andere. Denn eine Armee muss nicht nur kämpfen, sondern vor allem versorgt werden. Und so sorgt der Regimentstrommelschläger für die Motivation, der Feldpriester fürs Seelenheil und die Marketenderin – sie sorgt, ja wofür? Der Historiker Professor Hiram Kümper ist Experte für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit. Er lehrt an der Universität Mannheim.
O-TON Prof. Hiram Kümper
Die Marketenderin war die Logistikerin, die Versorgerin - also vor allem für Nahrungsmittel, Kleidung, das Ausbessern der Kleidung. Man muss sich ja vorstellen, die vormodernen Heere, da sind die Staaten in der Regel mit diesen Aufgaben, gerade wenn die Heerzüge größer und auch die Heere größer werden, vollkommen überfordert. Und die Marketenderinnen, das ist eben eine der Gruppen, die das tun. Es tun durchaus nicht nur Frauen, es tun auch Männer, aber an die Marketenderinnen erinnern wir uns irgendwie stärker.
Raw Description
<p>Die Marketenderin - bis heute ist sie mehr Mythos als reale Figur. Sie nahmen als Frauen am Krieg teil, etwa bei der Verwertung der Beute. Sie leisteten Care Arbeit, versorgten die Soldaten etwa mit Nahrungsmitteln und mit Kleidung - und gehörten daher immer mit zum Tross. Von David Boos (BR 2025)</p><p><strong><u>Credits</u></strong><br/>Autor dieser Folge: David Boos<br/>Regie: Christiane Klenz<br/>Es sprachen: Xenia Tilling, Shenja Lacher<br/>Technik: Moritz Herrmann<br/>Redaktion: Nicole Ruchlak<br/>Im Interview: Prof. Dr. Hiram Kümper, Lehrstuhl für Spätmittelalter und frühe Neuzeit</p> <p>Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2025</p> <p><strong><u>Besonderer Linktipp der Redaktion:</u></strong></p> <p>rbb: Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt</p> <p>Von heute auf morgen ändert sich alles! Die Gesetze, die Regeln, das Leben. Was früher richtig war, ist heute falsch und umgekehrt. Ruth-Maria Thomas erzählt von ostdeutschen Frauen, die nach der Wiedervereinigung ihr Leben neugestalten mussten. Ihre oft unerzählten und ungewürdigten Erfahrungen sind heute relevanter denn je. <a href="https://1.ard.de/der-bruch"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p><strong>Linktipps:</strong></p> <p>ARD (2025): WIE MENSCHEN FRÜHER REISTEN - Unterwegs sein im Mittelalter</p> <p>Ob Pilger, Kreuzritter oder Handelsreisende: Die Menschen im Mittelalter waren - anders als landläufig bekannt - sehr mobil. Sich seinerzeit auf den Weg zu machen war indes meist kaum bequem - und nicht selten ein lebensgefährliches Unterfangen. <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:2df014237b5658a8/"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p>WDR Zeitzeichen (2025): Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan</p> <p>Im Jahr 1405 wagt eine Frau in Paris das Unvorstellbare: Sie widerspricht. Christine de Pizans "Stadt der Frauen" ist ein Meilenstein feministischer Literaturgeschichte – die Ich-Erzählerin bekommt Besuch von drei vornehmen Damen. Sie heißen Vernunft, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:49a988bc56210bd0/"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p>Alltag im Mittelalter: Eine Digital Story des Germanischen Nationalmuseums</p> <p>Das Mittelalter folgt uns auf Schritt und Tritt. Wenn wir durch die Stadt gehen, auf die Uhr sehen, ein Buch aufschlagen oder eine Universität besuchen. Wie sehr uns die Zeit vor 500 Jahren bis heute prägt, zeigt die digitale Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums. Sie erforscht: Wie lebten, wohnten und arbeiteten die Menschen im Mittelalter? Welche Hoffnungen und Ängste hatten sie, was wussten sie über die Welt? <a href="https://alltagimmittelalter.gnm.de/"><strong>ZUR AUSSTELLUNG</strong></a></p> <p><strong><u>Und hier noch ein paar besondere Tipps für Geschichts-Interessierte:</u></strong></p> <p><a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/das-kalenderblatt/5949906/">DAS KALENDERBLATT </a>erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum - skurril, anrührend, witzig und oft überraschend.</p> <p>Und noch viel mehr Geschichtsthemen, aber auch Features zu anderen Wissensbereichen wie Literatur und Musik, Philosophie, Ethik, Religionen, Psychologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung, Natur und Umwelt gibt es bei <a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/radiowissen/5945518/">RADIOWISSEN</a>. </p> <p>Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an <a href="mailto:radiowissen@br.de">radiowissen@br.de</a>.</p> <p>Alles Geschichte finden Sie auch in der ARD Audiothek:<br/>ARD Audiothek | Alles Geschichte<br/><a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/alles-geschichte-history-von-radiowissen/82362084/">JETZT ENTDECKEN</a></p> <p><strong><u>Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:</u></strong></p> <p><strong>ERZÄHLERIN</strong></p> <p>17 Jahrhundert, eine Stadt irgendwo in Deutschland. Die Bewohner der Stadt sind in heller Aufregung, denn sie werden angegriffen. Sie kennen die Geschichte, die man sich über Belagerungen erzählt: Plünderungen, Brände, Mord und schlimmeres. Die Stimmung ist angespannt. Und dann kommen sie: Die Ritter, Söldner, Landsknechte. Männer, bereit jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt. Ohne zu zögern erklimmen sie die Mauern und nehmen die Stadt ein.</p> <p> </p> <p><strong>ERZÄHLER</strong><br/>So zumindest stellen wir uns typische Szenen im 30-jährigen Krieg vor. Aber das ist mindestens ungenau. Denn erstens endeten Belagerungen nicht zwangsläufig mit dem heldenhaften Erstürmen einer Burg. Manchmal gaben die Belagerten schon davor auf und ließen die Belagerer freiwillig in die Stadt ziehen, in der Hoffnung, nicht geplündert zu werden. Und: Die Soldaten kamen bestimmt nicht alleine. Auch wenn das in vielen Darstellungen des Krieges oft ausgelassen oder vergessen wird: Die Heere im Dreißigjährigen Krieg bestanden nicht nur aus Soldaten und nicht nur aus Männern. Teil eines Regiments waren zum Beispiel auch Wagenmeister, Feldscherer, Diener, Trommler, Feldprediger und Marketenderinnen.<br/></p> <p><strong>ERZÄHLERIN</strong><br/>Nicht nur Soldaten also, die in den Krieg zogen, sondern auch viele andere. Denn eine Armee muss nicht nur kämpfen, sondern vor allem versorgt werden. Und so sorgt der Regimentstrommelschläger für die Motivation, der Feldpriester fürs Seelenheil und die Marketenderin – sie sorgt, ja wofür? Der Historiker Professor Hiram Kümper ist Experte für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit. Er lehrt an der Universität Mannheim.</p> <p><strong>O-TON Prof. Hiram Kümper</strong><br/>Die Marketenderin war die Logistikerin, die Versorgerin - also vor allem für Nahrungsmittel, Kleidung, das Ausbessern der Kleidung. Man muss sich ja vorstellen, die vormodernen Heere, da sind die Staaten in der Regel mit diesen Aufgaben, gerade wenn die Heerzüge größer und auch die Heere größer werden, vollkommen überfordert. Und die Marketenderinnen, das ist eben eine der Gruppen, die das tun. Es tun durchaus nicht nur Frauen, es tun auch Männer, aber an die Marketenderinnen erinnern wir uns irgendwie stärker.<br/></p>
Show Notes
Credits
Autor dieser Folge: David Boos Regie: Christiane Klenz Es sprachen: Xenia Tilling, Shenja Lacher Technik: Moritz Herrmann Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Dr. Hiram Kümper, Lehrstuhl für Spätmittelalter und frühe Neuzeit
Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2025
Besonderer Linktipp der Redaktion
rbb: Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt
Von heute auf morgen ändert sich alles! Die Gesetze, die Regeln, das Leben. Was früher richtig war, ist heute falsch und umgekehrt. Ruth-Maria Thomas erzählt von ostdeutschen Frauen, die nach der Wiedervereinigung ihr Leben neugestalten mussten. Ihre oft unerzählten und ungewürdigten Erfahrungen sind heute relevanter denn je.
Linktipps
ARD (2025): WIE MENSCHEN FRÜHER REISTEN - Unterwegs sein im Mittelalter Ob Pilger, Kreuzritter oder Handelsreisende: Die Menschen im Mittelalter waren - anders als landläufig bekannt - sehr mobil. Sich seinerzeit auf den Weg zu machen war indes meist kaum bequem - und nicht selten ein lebensgefährliches Unterfangen.
WDR Zeitzeichen (2025): Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan Im Jahr 1405 wagt eine Frau in Paris das Unvorstellbare: Sie widerspricht. Christine de Pizans „Stadt der Frauen" ist ein Meilenstein feministischer Literaturgeschichte – die Ich-Erzählerin bekommt Besuch von drei vornehmen Damen. Sie heißen Vernunft, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit.
Alltag im Mittelalter: Eine Digital Story des Germanischen Nationalmuseums Das Mittelalter folgt uns auf Schritt und Tritt. Wenn wir durch die Stadt gehen, auf die Uhr sehen, ein Buch aufschlagen oder eine Universität besuchen. Wie sehr uns die Zeit vor 500 Jahren bis heute prägt, zeigt die digitale Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums. Sie erforscht: Wie lebten, wohnten und arbeiteten die Menschen im Mittelalter? Welche Hoffnungen und Ängste hatten sie, was wussten sie über die Welt?
Weitere Tipps für Geschichts-Interessierte
DAS KALENDERBLATT erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum - skurril, anrührend, witzig und oft überraschend.
RADIOWISSEN Geschichtsthemen, aber auch Features zu anderen Wissensbereichen wie Literatur und Musik, Philosophie, Ethik, Religionen, Psychologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung, Natur und Umwelt
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Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
Ausschnitt aus dem Manuskript
ERZÄHLERIN
17 Jahrhundert, eine Stadt irgendwo in Deutschland. Die Bewohner der Stadt sind in heller Aufregung, denn sie werden angegriffen. Sie kennen die Geschichte, die man sich über Belagerungen erzählt: Plünderungen, Brände, Mord und schlimmeres. Die Stimmung ist angespannt. Und dann kommen sie: Die Ritter, Söldner, Landsknechte. Männer, bereit jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt. Ohne zu zögern erklimmen sie die Mauern und nehmen die Stadt ein.
ERZÄHLER
So zumindest stellen wir uns typische Szenen im 30-jährigen Krieg vor. Aber das ist mindestens ungenau. Denn erstens endeten Belagerungen nicht zwangsläufig mit dem heldenhaften Erstürmen einer Burg. Manchmal gaben die Belagerten schon davor auf und ließen die Belagerer freiwillig in die Stadt ziehen, in der Hoffnung, nicht geplündert zu werden. Und: Die Soldaten kamen bestimmt nicht alleine. Auch wenn das in vielen Darstellungen des Krieges oft ausgelassen oder vergessen wird: Die Heere im Dreißigjährigen Krieg bestanden nicht nur aus Soldaten und nicht nur aus Männern. Teil eines Regiments waren zum Beispiel auch Wagenmeister, Feldscherer, Diener, Trommler, Feldprediger und Marketenderinnen.
ERZÄHLERIN
Nicht nur Soldaten also, die in den Krieg zogen, sondern auch viele andere. Denn eine Armee muss nicht nur kämpfen, sondern vor allem versorgt werden. Und so sorgt der Regimentstrommelschläger für die Motivation, der Feldpriester fürs Seelenheil und die Marketenderin – sie sorgt, ja wofür? Der Historiker Professor Hiram Kümper ist Experte für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit. Er lehrt an der Universität Mannheim.
O-TON Prof. Hiram Kümper
Die Marketenderin war die Logistikerin, die Versorgerin - also vor allem für Nahrungsmittel, Kleidung, das Ausbessern der Kleidung. Man muss sich ja vorstellen, die vormodernen Heere, da sind die Staaten in der Regel mit diesen Aufgaben, gerade wenn die Heerzüge größer und auch die Heere größer werden, vollkommen überfordert. Und die Marketenderinnen, das ist eben eine der Gruppen, die das tun. Es tun durchaus nicht nur Frauen, es tun auch Männer, aber an die Marketenderinnen erinnern wir uns irgendwie stärker.
Raw Description
<p>Die Marketenderin - bis heute ist sie mehr Mythos als reale Figur. Sie nahmen als Frauen am Krieg teil, etwa bei der Verwertung der Beute. Sie leisteten Care Arbeit, versorgten die Soldaten etwa mit Nahrungsmitteln und mit Kleidung - und gehörten daher immer mit zum Tross. Von David Boos (BR 2025)</p><p><strong><u>Credits</u></strong><br/>Autor dieser Folge: David Boos<br/>Regie: Christiane Klenz<br/>Es sprachen: Xenia Tilling, Shenja Lacher<br/>Technik: Moritz Herrmann<br/>Redaktion: Nicole Ruchlak<br/>Im Interview: Prof. Dr. Hiram Kümper, Lehrstuhl für Spätmittelalter und frühe Neuzeit</p> <p>Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2025</p> <p><strong><u>Besonderer Linktipp der Redaktion:</u></strong></p> <p>rbb: Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt</p> <p>Von heute auf morgen ändert sich alles! Die Gesetze, die Regeln, das Leben. Was früher richtig war, ist heute falsch und umgekehrt. Ruth-Maria Thomas erzählt von ostdeutschen Frauen, die nach der Wiedervereinigung ihr Leben neugestalten mussten. Ihre oft unerzählten und ungewürdigten Erfahrungen sind heute relevanter denn je. <a href="https://1.ard.de/der-bruch"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p><strong>Linktipps:</strong></p> <p>ARD (2025): WIE MENSCHEN FRÜHER REISTEN - Unterwegs sein im Mittelalter</p> <p>Ob Pilger, Kreuzritter oder Handelsreisende: Die Menschen im Mittelalter waren - anders als landläufig bekannt - sehr mobil. Sich seinerzeit auf den Weg zu machen war indes meist kaum bequem - und nicht selten ein lebensgefährliches Unterfangen. <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:2df014237b5658a8/"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p>WDR Zeitzeichen (2025): Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan</p> <p>Im Jahr 1405 wagt eine Frau in Paris das Unvorstellbare: Sie widerspricht. Christine de Pizans "Stadt der Frauen" ist ein Meilenstein feministischer Literaturgeschichte – die Ich-Erzählerin bekommt Besuch von drei vornehmen Damen. Sie heißen Vernunft, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:49a988bc56210bd0/"><strong>ZUM PODCAST</strong></a></p> <p>Alltag im Mittelalter: Eine Digital Story des Germanischen Nationalmuseums</p> <p>Das Mittelalter folgt uns auf Schritt und Tritt. Wenn wir durch die Stadt gehen, auf die Uhr sehen, ein Buch aufschlagen oder eine Universität besuchen. Wie sehr uns die Zeit vor 500 Jahren bis heute prägt, zeigt die digitale Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums. Sie erforscht: Wie lebten, wohnten und arbeiteten die Menschen im Mittelalter? Welche Hoffnungen und Ängste hatten sie, was wussten sie über die Welt? <a href="https://alltagimmittelalter.gnm.de/"><strong>ZUR AUSSTELLUNG</strong></a></p> <p><strong><u>Und hier noch ein paar besondere Tipps für Geschichts-Interessierte:</u></strong></p> <p><a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/das-kalenderblatt/5949906/">DAS KALENDERBLATT </a>erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum - skurril, anrührend, witzig und oft überraschend.</p> <p>Und noch viel mehr Geschichtsthemen, aber auch Features zu anderen Wissensbereichen wie Literatur und Musik, Philosophie, Ethik, Religionen, Psychologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung, Natur und Umwelt gibt es bei <a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/radiowissen/5945518/">RADIOWISSEN</a>. </p> <p>Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an <a href="mailto:radiowissen@br.de">radiowissen@br.de</a>.</p> <p>Alles Geschichte finden Sie auch in der ARD Audiothek:<br/>ARD Audiothek | Alles Geschichte<br/><a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/alles-geschichte-history-von-radiowissen/82362084/">JETZT ENTDECKEN</a></p> <p><strong><u>Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:</u></strong></p> <p><strong>ERZÄHLERIN</strong></p> <p>17 Jahrhundert, eine Stadt irgendwo in Deutschland. Die Bewohner der Stadt sind in heller Aufregung, denn sie werden angegriffen. Sie kennen die Geschichte, die man sich über Belagerungen erzählt: Plünderungen, Brände, Mord und schlimmeres. Die Stimmung ist angespannt. Und dann kommen sie: Die Ritter, Söldner, Landsknechte. Männer, bereit jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt. Ohne zu zögern erklimmen sie die Mauern und nehmen die Stadt ein.</p> <p> </p> <p><strong>ERZÄHLER</strong><br/>So zumindest stellen wir uns typische Szenen im 30-jährigen Krieg vor. Aber das ist mindestens ungenau. Denn erstens endeten Belagerungen nicht zwangsläufig mit dem heldenhaften Erstürmen einer Burg. Manchmal gaben die Belagerten schon davor auf und ließen die Belagerer freiwillig in die Stadt ziehen, in der Hoffnung, nicht geplündert zu werden. Und: Die Soldaten kamen bestimmt nicht alleine. Auch wenn das in vielen Darstellungen des Krieges oft ausgelassen oder vergessen wird: Die Heere im Dreißigjährigen Krieg bestanden nicht nur aus Soldaten und nicht nur aus Männern. Teil eines Regiments waren zum Beispiel auch Wagenmeister, Feldscherer, Diener, Trommler, Feldprediger und Marketenderinnen.<br/></p> <p><strong>ERZÄHLERIN</strong><br/>Nicht nur Soldaten also, die in den Krieg zogen, sondern auch viele andere. Denn eine Armee muss nicht nur kämpfen, sondern vor allem versorgt werden. Und so sorgt der Regimentstrommelschläger für die Motivation, der Feldpriester fürs Seelenheil und die Marketenderin – sie sorgt, ja wofür? Der Historiker Professor Hiram Kümper ist Experte für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit. Er lehrt an der Universität Mannheim.</p> <p><strong>O-TON Prof. Hiram Kümper</strong><br/>Die Marketenderin war die Logistikerin, die Versorgerin - also vor allem für Nahrungsmittel, Kleidung, das Ausbessern der Kleidung. Man muss sich ja vorstellen, die vormodernen Heere, da sind die Staaten in der Regel mit diesen Aufgaben, gerade wenn die Heerzüge größer und auch die Heere größer werden, vollkommen überfordert. Und die Marketenderinnen, das ist eben eine der Gruppen, die das tun. Es tun durchaus nicht nur Frauen, es tun auch Männer, aber an die Marketenderinnen erinnern wir uns irgendwie stärker.<br/></p>