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Alles Geschichte - Der History-Podcast

Magengeschwür im Selbstversuch

Alles Geschichte - Der History-Podcast

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Credits

  • Autor dieser Folge: Justin Pachett
  • Regie: Sabine Kienhöfer
  • Es sprachen: Rahel Comtesse, Friedrich Schloffer, Johannes Hitzelberger
  • Technik: Regina Staerke
  • Redaktion: Nicole Ruchlak
  • Im Interview: Prof. Sebastian Suerbaum (Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der LMU München)

Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2025


Besonderer Linktipp der Redaktion

NDR (2025): Abenteuer Diagnose

Im Podcast nimmt Anke Christians ihre Hörer mit auf spannende Medizin-Abenteuer - in jeder Folge geht es um Menschen mit rätselhaften Symptomen, die einfach nicht mehr weiterwissen. Und es geht um engagierte Ärzte und ihre Suche nach der Diagnose - eine Jagd nach Indizien, Spuren und Beweisen. Stecken die Hinweise in den Blutwerten, Röntgenbildern oder einer Nervenwasserprobe?

ZUM PODCAST


Linktipps

ZDF (2025): Fatale Experimente

Die moderne Medizin ist eine hart erkämpfte Errungenschaft. Pioniere der Forschung trieben rettende Ideen voran – und ließen dabei ihr eigenes Leben: Sie starben, damit Millionen Menschen leben. Wie weit darf man im Namen der Wissenschaft gehen?

ZUR DOKU

BR (2025): Medizin-Geschichte mit Dr. Werner Bartens

Menschen wurden wohl schon immer krank und mussten geheilt werden. Der Arzt und Medizinjournalist Dr. Werner Bartens nimmt uns im Ratsch mit Hermine Kaiser mit auf „Eine Reise durch die Geschichte der Medizin".

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Weitere Tipps für Geschichts-Interessierte

DAS KALENDERBLATT erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum - skurril, anrührend, witzig und oft überraschend.

Und noch viel mehr Geschichtsthemen, aber auch Features zu anderen Wissensbereichen wie Literatur und Musik, Philosophie, Ethik, Religionen, Psychologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung, Natur und Umwelt gibt es bei RADIOWISSEN.

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

Alles Geschichte gibt es auch in der ARD Audiothek:

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Ausschnitt aus dem Manuskript

Erzählerin:

Man sieht nur das, was man auch sehen möchte. So funktioniert unser Gehirn. Es kann nur eine bestimmte Menge an Informationen verarbeiten. Überflüssige Dinge – weil sie unmöglich oder unwahrscheinlich erscheinen – blenden die Menschen aus. Nur so kann sich Robin Warren erklären, was ihm nach seiner Entdeckung am 11. Juni 1979 widerfährt. Warum ihm jahrelang fast niemand glaubt. Obwohl er damit Hunderttausenden Menschen das Leben retten wird.

Am Tag jener Entdeckung hat der Pathologe seinen 42. Geburtstag – und verbringt ihn im Labor des Royal Perth Hospitals in Australien. Durch sein Mikroskop schaut er sich die Biopsie eines Patienten mit einer entzündeten Magenschleimhaut an. Eigentlich eine Routine-Untersuchung für Robin Warren. Doch er entdeckt etwas, war er bis dahin nicht gesehen hatte: eine feine blaue Linie auf der Oberfläche der Gewebezellen aus dem Magen.

Warren:

It looked suspicious to me, and it looked like masses of bacteria stuck on the surface to me, which was unusual because they're not supposed to be there.

Sprecher (Voice Over) Warren:

Es sah verdächtig aus, wie eine Ansammlung von Bakterien, die auf der Oberfläche der Zellen klebten. Was ungewöhnlich war, weil sie dort nicht sein sollten.

Erzählerin:

Das erzählt Robin Warren bei einem Vortrag auf der Lindauer Nobelpreisträgertagung im Jahr 2015. Er ist inzwischen verstorben. Warren präsentiert seine Entdeckung damals umgehend den Kolleginnen und Kollegen im Labor. Die wollen nicht wahrhaben, dass es sich bei den blauen Stellen auf den Zellen des Magengewebes um Bakterien handeln soll.

Doch Warren sieht das anders. Er kennt sich mit Magenbiopsien besonders gut aus – und er hat ein Hobby, das in diesem Moment möglicherweise den Unterschied macht. Er zeichnet gerne – genauso wie er viel fotografiert. So hat er das später bei dem Vortrag in Lindau erzählt:

Warren:

And I think all of these things help you to see detail which other people perhaps might miss, because taking a good photograph, you've got to actually see everything in the picture. You don't just sort of see somebody's face there, you see everything in the picture and try and fix it all together, work it so that it looks right.

Sprecher (Voice Over) Warren:

All diese Dinge helfen einem, Details zu erkennen, die andere Leute vielleicht übersehen. Denn bei einem guten Foto muss man wirklich alles im Blick haben. Nicht nur das Gesicht einer Person, sondern auch das drum herum. Die Komposition muss stimmen.